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Timmelsjoch
Bundesland:
Talorte:
Seehöhe:
Streckenlänge:
Koordinaten:
Straßenbezeichnung:
Schwierigkeitsgrad nach Denzel:
Tirol - Italien
St. Leonhard im Passeiertal (I)
Obergurgel
2509 m. ü. M.
ca. 40 km
geogr. Breite:
geogr. Länge:
46,905245 o
11.096878 o
B 186
2-3
Streckenbeschreibung Die südliche Auffahrt ab St. Leonhard im Passeiertal lässt zu  wünschen übrig. Die Straße ist an manchen Stellen sehr eng,  weist etliche unbeleuchtete Tunnel auf. Die Südrampe sollte man  mit nur mit Passerfahrung und der für das hochalpine Gelände  erforderlichen Portion Vernunft unter die Räder nehmen. Von St.  Leonhard im Passeiertal bis zur Passhöhe wird auf 29 km ein  Höhenunterschied von 1800m überwunden.  An einigen Stellen  beträgt die Steigung 13%. Kommt man von Meran bewegt man  sich vom mediterranen Klima mit Palmenbewuchs durch  Weingarten, Ackerbau immer weiter und höher hinauf in die  Regionen der Alpenrosen und Enziangärten.  Die auf österreichischem Gebiet gelegene Nordrampe ist sehr  breit und gut ausgebaut.  Bergab macht die Straße zuerst eine  lange Schleife im baumlosen Teil um dann über  einige  Serpentinen durch den Ort Obergurgel weiter Richtung Sölden zu  führen.  
Am Wegesrand: Im oberen Passeiertal begegnet man auf Schritt und Tritt den  Freiheitskämpfer Andreas Hofer. So ist der Besuch des  Andreas Hofer Museums im Passeiertal fast eine Pflicht.   An der Passhöhe gibt es ein kleines Museum, das den  Besucher über die Schwierigkeiten beim Bau der  Timmelsjochstraße informiert.   Weiter nördlich, bei Umhausen, einige Kilometer vor Oetz  wurde unter Mitwirkung der Uni Innsbruck ein Ötzi Dorf  errichtet. Das Freilichtmuseum versucht den Besucher in die  Zeit und das Umfeld vor 5000 Jahren zu entführen.   Natürlich empfiehlt sich der Rettenbachferner von selbst für  einen Besuch. Die ca. 13 km lange Straße ab Sölden bringt  uns an den Rand des Ötztaler Gletschers. 
Anschluss Routen: Sowohl im Norden (Kühtai, Hahntenjoch, Pillerhöhe), als auch im  Süden Jaufenpass, oder Richtung Meran und die dortigen Pässe  bieten sich herrliche Motorradstrecken an.  
Historisches Objekt der Sandwirt: Im Ort St. Leonard im Passeiertal treffen das Timmelsjoch und der Jaufenpass zusammen. Etwas mehr als 1km weiter südlich an der  SS44 liegt der Sandwirt, das Geburtshaus von Andreas Hofer. Das Gasthaus zum Sandwirt gehörte seit dem Mittelalter zum  Grundbesitz des Sandhofes. Es war ein „geschlossener Hof“.  Als geschlossener Hof wurde eine landwirtschaftliche Fläche bezeichnet  für welche eine grundbücherliche Eintragung bestand, nach welcher der landwirtschaftliche Bestand des Hofes nicht geschmälert  werden durfte, nicht durch Verkauf und auch nicht durch Vererbung. 1680 kam der Hof in den Besitz der Familie Hofer. 
Geschichtliches: Das Timmelsjoch ist der einzige Übergang über den Alpenhauptkamm zwischen Brenner und Reschenpass, somit auf einer Streck von  ca. 160 km. Straßen in sämtliche Nebentäler enden als Sackgasse. Vermutlich wurde die Gegend um das Timmelsjoch sehr wohl seit  alters als Viehzuchtgebiet genutzt.  Als der damalige Eigentümer, Graf Ulrich von Eschenlohe  im Jahr 1241 gegen den Enkel von  Dschingis Khan,  mit Name Batu in den Krieg zog erwähnte er in seinem Testament seinen Besitz im Inntal, jenseits des Thymels. Dies  ist auch die älteste bekannte Erwähnung des Timmelsjochs. Immer wieder wird das Timmelsjoch in alten Schriften erwähnt, doch  bezieht sich die Erwähnung auf Besitzverhältnisse oder regionale Saumwege.   Verkehrstechnische Bedeutung hatte der Berg wegen seiner topographischen Eigenheiten nie. Im Habsburgerreich wurde eine Straße  bis Sölden gebaut, dann war Schluss.   Schließlich wurde von Italien eine Militärstraße zum Transport schweren Geräts bis ca. 2 km. unterhalb der Passhöhe gebaut. Einige  Tunnel blieben unvollendet, gerade so weit gebaut, dass sie für den Transport befahren werden konnten. Bei einigen Tunneln hat man  heute noch den Eindruck, dass nachher nie wieder Baumaßnahmen gesetzt wurden.   In den 1940er Jahren entstand das Projekt am  Zwieselstein (zwischen Obergurgel und Sölden) ein Wasserkraftwerk zu errichten. Das Wasserkraftwerk wurde niemals verwirklicht,  sehr wohl aber eine Versorgungsstraße bis Zwieselstein. In den 1955er Jahren wurde mit den Bauarbeiten einer Straße bis auf das  Timmelsjoch begonnen, die schließlich 1965 fertig gestellt wurde.   Nun lag es wieder an den Italienern die letzten 2 km auf ihrer Seite ebenfalls fertigzustellen.  Die Straßenverbindung war im Jahr 1967  hergestellt. Für lediglich einen Tag wurde die Straße dem Verkehr übergeben, um sie anschließend zum Zweck der Fertigstellung  wieder zu schließen. Die endgültige Fertigstellung und Übergange an den öffentlichen Verkehr erfolgte am 8. August 1969. 
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